10 wissenswerte Tipps zum Thema Pflanzen

1. Wie bestimmt man das Alter von Bäumen?

Bei uns in Europa ist der Winter kalt und der Sommer warm. Bäume wachsen nur in der warmen Jahreszeit. Sie beginnen damit im Frühjahr und hören im Herbst auf. Dann folgt die Winterpause. Im nächsten Jahr geht das Wachstum weiter. In jedem Jahr legt ein Baum einen Ring aus Holz zu, einen Jahresring. An einem gefällten Baum kann man leicht die Jahresringe auszählen. Diese sehen nicht immer gleich aus. In warmen und feuchten Jahren sind sie breiter, in kühlen Jahren schmaler. Die Dicke der Jahresringe verrät uns also viel über das Wetter.

2. Wie schwer wird ein Baum?

Nehmen wir einmal eine normale Buche, die ungefähr 100 Jahre alt ist. Der Stamm hat in Brusthöhe einen Umfang von zwei Metern. Das entspricht einem Durchmesser von rund 65 Zentimetern. Es gibt keine genaue Formel, um das Gewicht eines solchen Baumes zu berechnen. Ein Förster würde aus Erfahrung sagen, er ist rund vier Tonnen schwer. Man darf dabei nicht vergessen, dass der Baum auch unter der Erde weitergeht. Auch die Wurzeln haben ein Gewicht. Eine solche Buche hat vielleicht 500.000 Blätter mit einem Gewicht von über 100 Kilogramm. Das meiste Gewicht eines Baums liegt aber erwartungsgemäß in seinem Holz.

3. Bewegen sich Pflanzen?

Natürlich bewegen sich alle Pflanzen, wenn sie wachsen. Das geschieht ganz langsam. Aber ein paar Pflanzen bewegen sich doch erstaunlich schnell. Die Venusfliegenfalle fängt Insekten und klappt dazu ihre Blätter in einer Zehntelsekunde zusammen. Noch schneller sind die Früchte des Springkrauts. Sie öffnen sich in sechs Tausendstelsekunden und schleudern dabei ihre Samen weg. Den Rekord aber halten Blüten eines Hartriegels mit nur 0,2 Tausendstelsekunden. Die Pflanzen beschleunigen dabei ihre Pollenkörner auf das 2400-Fache der Erdbeschleunigung.

4. Warum sind die Blätter im Frühjahr hellgrün und im Sommer dunkelgrün?

Wenn sich die jungen Blätter aus den Knospen entfalten, bilden sie sofort Blattgrün. Dadurch müssten sie eigentlich gleich dunkelgrün werden. Aber sie bleiben zunächst hellgrün. Der Grund liegt in einer zweiten Gruppe von überwiegend gelben Blattfarben, den Karotinoiden. Auch ihre Menge nimmt zu. Deswegen erscheinen Frühlingsblätter hellgrün. Im Sommer gehen die Karotinoide zurück, und das Grün der Blätter wird dunkler. Im Herbst wird das Blattgrün abgebaut, und die Karotinoide kommen wieder zum Vorschein, diesmal als gelbe oder rote Herbstfärbung.

5. Warum halten Blumen länger, wenn man die Stängel anschneidet?

Pflanzen nehmen über die Wurzeln viel Wasser auf. In Röhren im Stängel steigt es bis zu den Blättern, wo es verdunstet. So zieht ein steter Wasserstrom durch jede Pflanze. Wenn man nun eine Blüte mit Stängel abschneidet, kommt von unten her kein Wasser mehr nach, sondern nur noch Luft. Da das Wasser fehlt, wird die Pflanze schnell welk. Wenn man den Stängel der Schnittblumen aber einige Zentimeter kürzt, kommt man wieder dorthin, wo noch das Wasser in den Röhren steht. Wenn man sie nun ins Wasser stellt, geht der Wassertransport von unten nach oben weiter. Deswegen welken sie weniger schnell.

6. Welche Pflanzen kommen in Deutschland am häufigsten vor?

An erster Stelle der häufigsten Pflanzen steht wohl der Weißklee. Extrem häufig sind zwei Gräserarten, die aber nur Spezialisten kennen, ein Rispen- und ein Knäuelgras. An vierter Stelle steht die Brennnessel. Dahinter kommen zwei Hahnenfußarten, auch Butterblumen genannt. Löwenzahn und Wegerich kennen alle vom Fußballplatz. Die wachsen dort nämlich in großen Mengen, weil sie Tritte vertragen.

7. Sind Gewürznelken Blumen?

Gewürznelken kennen wir vom Weihnachtsgebäck. Sie sind keinesfalls Nelken, sondern getrocknete Blütenknospen eines asiatischen Baumes. Sie sehen ein bisschen aus wie Nägel. Das Wort “Nelke” kommt auch von “Nagel”. Gewürznelken enthalten ein starkes Öl. Wenn man sie kaut, fühlen sich Mund und Zunge fast wie betäubt an. In Indonesien raucht man die Gewürznelken sogar, indem man ein Pulver in den Tabak der Zigaretten mischt. Deswegen riecht es in Indonesien überall wie bei uns zur Weihnachtszeit.

8. Wie heißen die höchsten Gräser?

Unser Schilf wird ungefähr zwei Meter hoch und ist tatsächlich das höchste einheimische Gras. Es gibt aber Gräser, die 40 Meter Höhe erreichen. Sie heißen nach einem malayischen Wort: Bambus. Bambusse blühen oft nur einmal in einem Jahrhundert, und zwar alle gleichzeitig. Danach sterben alle Pflanzen ab. Kaum ein Tier mag Bambuslaub fressen außer dem Großen Panda. Er läuft Gefahr auszusterben, wenn der Bambus in seiner Heimat blüht und dann abstirbt, weil es dann ein bis zwei Jahre für ihn nichts zu fressen gibt.

9. Warum sind Pflanzen grün?

Im Sommer ist draußen in Parks und Gärten alles grün. Die Bäume haben grüne Blätter, das Gras ist grün, und auch der Salat hat diese Farbe. Warum aber sind Pflanzen eigentlich grün und nicht blau oder rot? Das weiß Tatjana Kleine. Sie arbeitet an der Ludwig-Maximilians-Universität in der Stadt München.

Tatjana Kleine sagt: “Die Pflanzen können etwas ganz Besonderes, und damit hängt auch ihre Farbe zusammen”. Pflanzen machen etwas, das Fotosynthese genannt wird. Bei der Fotosynthese nehmen die Pflanzen das Gas Kohlendioxid aus der Luft und auch Wasser auf und wandeln es zum Beispiel in Zucker, also Energie um. Dafür brauchen sie Licht. Die Energie können Menschen nutzen, wenn sie die Pflanzen essen. Salat zum Beispiel gibt uns Kraft und macht uns satt.

In den Pflanzen gibt es ganz bestimmte Teilchen, die der Pflanze dann die Farbe Grün geben. Es sind die Chlorophylle. Diese sorgen dafür, dass die Pflanze das rote und blaue Licht verarbeitet, das grüne aber zurückwirft. So kann die Pflanze arbeiten und wachsen, und für uns grün erscheinen.

Doch warum sind Pflanzen nun grün? Tatjana Kleine sagt, dass das mit dem Licht zu tun hat. Trifft ein Lichtstrahl auf einen Gegenstand, spiegelt dieser je nach seiner Farbe unterschiedlich gefärbtes Licht zurück. Denn Licht ist eine Mischung aus vielen verschiedenen Lichtfarben, die wir nicht alle einzeln erkennen können. Zum Beispiel gibt es rotes, grünes oder blaues Licht. Pflanzen werfen Licht der Wellenlänge Grün zurück, den Rest des Lichts behalten sie. “Für die Fotosynthese brauchen die Pflanzen nur das blaue und rote Licht, das grüne bringt ihnen nichts, und sie spiegeln es einfach zurück”, erklärt die Expertin. Das ist der Grund, warum Pflanzen eine grüne Farbe haben.

10. Wie klettert der Hopfen am liebsten?

Hopfen ist die Pflanze, die das Bier bitter macht. Er hilft aber auch gegen Fieber und Entzündungen und beruhigt. Hopfen ist eine Kletterpflanze. Viele Kletterpflanzen winden sich immer mit derselben Drehrichtung dem Licht entgegen. Dabei ist es gleich, ob sie auf der Nord- oder Südhalbkugel wachsen. Die “Schwarzäugige Susanne” wächst rechts herum zum Licht, der Hopfen links herum.